Gemütliche Bootstour, aufregende Wasserfälle und Visitkartenklauer aus Peru

Iguazu Waterfalls
Iguazu Waterfalls

Nach einer Woche voller Wahnsinn in Rio brauchten wir mal ein paar Tage Entspannung. Also verbrachten wir 3 Tage im beschaulichen Paraty, einem historischen kleinen Küstenort. Wir verbrachten einen Tag damit, mal endlich etwas Schlaf nachzuholen: Mike hat glatte 15 Stunden geschlafen, ich bin „schon“ nach 11 Stunden aufgewacht. Eine beschauliche Bootstour zu verschiedenen kleinen Inseln vertiefte die Entspannung dann noch ein bisschen, sodass wir am Samstag dem Spaß einer insgesamt 21-stündigen Busfahrt ganz relaxt entgegen gucken konnten. Erst 6 Stunden von Paraty nach Sao Paulo, dem größten Busterminal Südamerikas, und dann nochmal 15 Stunden von dort zu Foz do Iguazu, einem Ort direkt an der Grenze zu Argentinien und Paraguay.

Nach einer mehr oder weniger gemütlichen Nacht im Bus kamen wir dort Sonntagmittag an, fanden ein gemütliches, kleines

Panoramaview von der brasilianischen Seite
Panoramaview von der brasilianischen Seite

Hostel und machten uns dann gleich auf zu den Iguaza-Wasserfällen: 257 Wasserfälle zwischen Brasilien und Argentinien. Wasserfälle über Wasserfälle rauschen kreuz und quer und übereinander in die Tiefe. Ein unbeschreiblicher Anblick!! Das Highlight ist der sogenannte „Devils Throat“, der größte Wasserfall von allen. Auf einem Steg kann man direkt vor ihn laufen, während unter einem weitere Wasserfälle entlangrauschen. Der Wahnsinn!

Am nächsten Morgen sind wir dann früh hoch, um die Wasserfälle auch von der argentinischen Seite zu sehen. Also ging es mit dem

Regenbogen über den Wasserfällen

Bus zur Grenze: Exit-Stempel von Brasilien, über den Fluss zur argentinischen Grenze, Eintritts-Stempel von Argentinien und weiter zu den Wasserfällen. Während die brasilianische Seite einen Panoramablick der Wasserfälle bietet, sieht man von Argentinien aus einige Wasserfälle sehr viel dichter. Ich kann nicht sagen, welche Seite mir dabei besser gefallen hat, von beiden Ländern aus sieht es beeindruckend aus! Nachdem wir einige Stunden zwischen den Wasserfällen verbracht haben ging es wieder zurück zur Grenze, raus aus Argentinien mitsamt Exit-Stempel im Pass, über den Fluss und erneuter Eintritts-Stempel Brasiliens – damit ist dann eine Seite meines Passes schon mal voll.

Die Sicht von Argentinien
Die Sicht von Argentinien

Heute wollten wir dann einige Sachen erledigen, entscheiden, wo wir als nächstes hinwollen, etc. Zuvor musste ich dann aber noch eine dieser Sachen erledigen, die beim Reisen immer irgendwann irgendwie auftreten, die keinen Spaß machen, aber erledigt werden müssen –  ein Gespräch mit meiner deutschen Bank. Denn seit ich in Brasilien bin, lassen mich die Geldautomaten teilweise kein Geld mit meiner Visakarte abheben. Ich hatte hier in Foz do Iguazu alle Banken durchprobiert – aber kein Automat wollte mir Geld ausspucken. Also schrieb ich gestern Abend meiner Bank eine Email, was zum Teufel mit meiner Karte los ist. Die Antwort heute morgen: „Ihre Karte wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt.“ Na wunderbar, vielen Dank auch, man könnte ja auch mal Bescheid geben. Also versuchte ich den gesamten Vormittag die angegebene Telefonnummer, mit der ich mich in Verbindung setzten sollte, zu erreichen – jedoch hieß es immer „Kein Anschluss unter dieser Nummer“. Bis ich dann irgendwann aufhörte 0049 und stattdessen +49 wählte und tatsächlich in die Warteschleife kam. Nachdem ich dort dann zum dritten Mal in der Warteschlange mein Guthaben davonlaufen hören konnte, kam ich endlich durch und fing an mich zu beschweren, wieso zum Henker die Bank meine Karte sperren würde, ich hatte doch Bescheid gegeben, dass ich in Südamerika bin, und überhaupt. Irgendwann unterbrach die nette Dame am anderen Ende der Leitung mich und fragte: „Wo sind Sie gerade?“ ich: „Brasilien, das hatte ich doch angekündigt.“ Sie: „Waren Sie auch in Peru?“ Ich: „Peru? Nein.“ Sie: „ Auf Ihrem Konto wurde aus Peru Geld abgehoben, deswegen haben wir Ihre Karte gesperrt.“ Ich: „ Oh…“ Ich hatte ja durchaus davon gehört, dass es in Brasilien das große Problem gibt, dass Geldautomaten manipuliert werden, sodass die Kartendetails bei Geldabhebungen gespeichert werden und so Zugriff auf die Konten besteht. Aber das mir so etwas passieren könnte? Iwo. Tja, irgendwen musst es wohl treffen. Da haben mir dann die Unbekannten aus Peru 100 $ von der Kreditkarte abgehoben. Ein Glück hat die Bank das aber sofort gemerkt und die Karte gesperrt. Da löste sich mein Ärger über die Bank ganz schnell auf und wurde zu großem Dank. Meine Visakarte ist jetzt also nutzlos – den Peruanern sei Dank.

Aber es ist doch immer wieder erstaunlich – ist man schon einmal eine Weile gereist, entwickelt man solchen Dingen gegenüber eine unglaubliche Gelassenheit. „Shit happens“ sagt der Engländer, „Cést la vie“ sagt der Franzose. Solche Dinge passieren – das so etwas jetzt natürlich schon nach 2 Wochen passiert, das hätte ich nicht unbedingt erwartet 😉

Morgen wird hier noch ein Tag verbracht und dann fahren wir mit dem Nachtbus weiter nach Asuncion, der Hauptstadt Paraguays. Nach langem Überlegen haben wir uns gegen einen Abstecher ins kalte und insbesondere teure Argentinien entschieden. Vielleicht statten wir dem Land am Ende unserer Südamerikazeit nochmal einen Besuch ab – wenn es dort wärmer ist. Jetzt geht es erstmal nach Paraguay! Dort wollen wir ein paar Tage in der Stadt verbringen und wenn alles klappt, von der Mitte des Landes drei Tage auf einem Containerschiff auf dem Rio Paraguay bis zur Grenze zu Bolivien mittuckern. Aber davon mehr, wenn es spruchreif ist. Bis dato – Gruß und Kuss in die Heimat!

 

Bootstour in Paraty
Bootstour in Paraty

PS. Falls einige von euch sich wundern, wo die Foto-Rubrik abgebleiben ist: die habe ich gelöscht. Es dauert nämlich leider Ewigkeiten die Fotos auszusuchen, alle hochzuladen und zu sortieren. Das nimmt leider viel zu viel Zeit in Anspruch. Deswegen werde ich stattdessen in den Blogeinträgen mehr Fotos einbinden, damit ihr trotzdem ein paar visuelle Eindrücke bekommt. Und alle Fotos bekommt ihr dann zu sehen, wenn ich wieder zu Hause bin.

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One thought on “Gemütliche Bootstour, aufregende Wasserfälle und Visitkartenklauer aus Peru

  1. Angela

    HAllo Alina……………Wahnsinn dein Trip, verfolge ihn mit Spannung und wünsche euch beiden noch gaaanz viel Spaß !!! LG

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